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Von einer nicht-akademischen Familie an die Spitze der Forschung

Von einer nicht-akademischen Familie an die Spitze der Forschung

Dr. Alexandra Allgaier
Dr. Alexandra Allgaier
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Ein Weg vom Aufholen zum Vorantreiben von Innovation

Riels Weg in die Forschung war nicht konventionell. Sie stammt aus einem nicht-akademischen Umfeld und musste ihre Sekundarschulbildung erst später nachholen, bevor sie Physik und Mathematik studierte, an der Universität Bayreuth promovierte und schliesslich noch einen MBA machte.

"Ich hatte in der Forschung keine familiären Vorbilder", sagt sie. "Ich musste meinen eigenen Weg finden."

Was sie bis heute antreibt, sind Neugier und der starke Wunsch, sich weiterzuentwickeln. Ein prägender Moment kam während eines Praktikums bei HP in Palo Alto: "Das war mein erster Einblick darin, wie industrielle Forschung aussehen kann." Diese Erfahrung öffnete ihr die Tür zu IBM, wo sie heute ein weltweit anerkanntes Forschungsteam leitet.

Industrielle Forschung: komplex, zielgerichtet, kollaborativ

Riels Forschungsprojekte sind für ihre Komplexität und langen Entwicklungszyklen bekannt. "Ein neuer Transistortyp kann leicht zehn Jahre brauchen, bis er auf den Markt kommt." Doch anders als im akademischen Umfeld ist die industrielle Forschung bei IBM immer zielorientiert. "Wir betreiben Grundlagenforschung, aber nie im luftleeren Raum. Unsere Arbeit folgt Roadmaps und Zielen."

Ihre Formel für erfolgreichen Technologietransfer? "Vision, Fähigkeiten und Infrastruktur."

Interdisziplinäre Zusammenarbeit ist entscheidend: von Physik und KI bis zu Materialwissenschaft und Geschäftsmodellierung. "Wir arbeiten ohne Titel, auf Augenhöhe und per Du. Genau das ermöglicht echte Zusammenarbeit."

Wie aus einer Masterarbeit ein globaler Durchbruch wurde

Eines von Riels liebsten Beispielen für wirkungsvolle Zusammenarbeit begann mit einer einfachen Idee: Könnte eine AFM-Sonde, die Wärme erzeugt, als Temperatursensor dienen? "Wir wussten nicht, ob es funktionieren würde", erinnert sie sich.

Also übernahm eine Masterstudentin das Projekt. Die Ergebnisse waren bemerkenswert. Es folgten ein nationales Forschungsstipendium, EU-Fördermittel und eine Promotion. Heute ist daraus eine einzigartige Mikroskopiemethode geworden, mit der sich die Temperaturverteilung im Nanometerbereich messen lässt. "Und alles begann mit einer Masterarbeit."

Riel betont, wie wichtig die Abstimmung ist: klare Ziele, realistische Zeitpläne, Vereinbarungen zu Publikationsrechten und die Offenheit zu lernen. "Ich möchte, dass Studierende sowohl fachlich als auch persönlich etwas Wertvolles mitnehmen."

Worauf achtet sie bei Kandidatinnen und Kandidaten? Motivation, Resilienz und Teamfähigkeit. "Manchmal muss man einfach durchbeissen. So entwickelt man logisches Denken und Durchhaltevermögen."
Ihre erste Wahl bei mentalen Blockaden? "Laufen gehen. Und mit anderen sprechen. Das hilft oft."

Quantenforschung und die nächste Generation fördern

Riels aktueller Schwerpunkt ist das Quantencomputing, insbesondere der Vorstoss in Richtung des sogenannten Quantenvorteils – des Punkts, an dem Quanten­systeme klassische Systeme bei realen Anwendungen übertreffen.

Ebenso wichtig ist ihr die Förderung der nächsten Generation von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. "Ich würde mir mehr strukturelle Wege wünschen, damit Studierende, Universitäten und Unternehmen schon früh miteinander in Kontakt kommen." Sie hat immer wieder gesehen, wie solche Zusammenarbeit zu echten Durchbrüchen führen kann.

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Dr. Heike Riel
IBM Research

Dr. Heike Riel

Dr. Heike Riel is an IBM Fellow and Head of the Science of Quantum and Information Technology department at IBM Research – Zurich. Her research spans quantum technologies, nanoelectronics, and precision diagnostics. She has been honored by the American Physical Society and the Swiss Academy of Engineering Sciences, among others. Passionate about both high-impact research and mentoring emerging scientists, Riel often finds her best ideas while out running.

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