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Getragen von Vertrauen, Eigenverantwortung und Leidenschaft: Talententwicklung bei Bühler

Getragen von Vertrauen, Eigenverantwortung und Leidenschaft: Talententwicklung bei Bühler

Dr. Alexandra Allgaier
Dr. Alexandra Allgaier
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Ein globales Unternehmen mit Wurzeln in Uzwil

Mit über 12'000 Mitarbeitenden in 140 Ländern ist die Bühler Gruppe ein weltweit führendes Technologieunternehmen für die Lebensmittelverarbeitung und nachhaltige Mobilitätslösungen. Mit Hauptsitz in Uzwil in der Ostschweiz ist es nicht nur ein administratives Zentrum, sondern auch das Herz eines globalen Innovationsnetzwerks: Hier arbeiten mehr als 2'500 Mitarbeitende in Forschung, Entwicklung, Produktion und Verkauf.

Der Innovationscampus CUBIC, acht spezialisierte Application Centers und über 1'000 Kundenbesuche pro Jahr zeigen deutlich: Bei Bühler gehen Innovation, Ausbildung und Praxis Hand in Hand. Genau dort setzen Christoph Hell Rosalen (Leiter HR) und Andreas Bischof (Leiter Berufliche Bildung) ihre Schwerpunkte.

Im Gespräch mit den beiden Führungskräften wird schnell klar: Bei Bühler geht Personalentwicklung weit über die Rekrutierung hinaus. Es geht um Vertrauen, Haltung – und frühe Verantwortung. „Bei Bühler leben wir unsere Top-Werte: Trust, Ownership und Passion“, sagt Hell Rosalen. „Wenn du zu uns kommst, frag nicht, was das Unternehmen für dich tun kann – frag, was du beitragen kannst.“

Wenn die Kultur wichtiger ist als der Lebenslauf

Was also macht eine erfolgreiche Zusammenarbeit aus? Für Bischof sind es nicht Noten, sondern die kulturelle Passung. „Studierende sollten zuerst die Kultur eines Unternehmens kennenlernen und dann entscheiden, ob ihr Thema dazu passt – und nicht umgekehrt.“

Bachelor- und Masterarbeiten spielen dabei eine zentrale Rolle. Dennoch sieht Hell Rosalen Verbesserungsbedarf:

„Die Hochschulen könnten mutiger sein. Studierende sollten lernen, reale Probleme anzugehen – nicht nur theoretische Konstrukte.“

Die perfekte Methodik ist weniger wichtig als eine reflektierte Haltung: Offenheit, Lernbereitschaft und Eigeninitiative. Ein oft unterschätzter Faktor? Internationale Mobilität. „Wir beobachten, dass die Bereitschaft von Studierenden, ins Ausland zu gehen, zurückgeht“, sagt Hell Rosalen. „Dabei bieten Auslandseinsätze enorme Entwicklungschancen.“ Bühler bietet Einsätze an globalen Standorten an – oft für ein bis drei Jahre. Wer das annimmt, wächst fachlich wie persönlich.

ETH Zürich & Bühler: Wenn Innovation auf Realität trifft

Ein starkes Beispiel für gelebten Wissenstransfer ist die Partnerschaft von Bühler mit der ETH Zürich. Das Modell? „Wir arbeiten mit drei Lead Engineers, die mit der ETH verbunden sind und acht bis zehn Masterstudierende koordinieren“, erklärt Bischof. „Sie verbringen sechs Monate bei uns und arbeiten an realen Herausforderungen aus dem Unternehmensalltag.“

Das Ergebnis überzeugt: Die Studierenden bringen neuestes technologisches Know-how ein, hinterfragen bestehende Denkweisen und entwickeln Prototypen, auf denen die Forschung und Entwicklung von Bühler direkt aufbauen kann.

„Dank der engen Betreuung durch unsere Lead Engineers bleibt die Qualität hoch. Auch wenn eine Arbeit nicht perfekt ist, wissen wir, dass die Person kulturell und persönlich gut zu uns passt“, ergänzt Hell Rosalen. Für HR bedeutet das weniger Aufwand, bessere Matches und direkten Zugang zu hoch motivierten Nachwuchskräften.

Die Zusammenarbeit mit der ETH zeigt, was möglich ist, wenn Hochschulen und Unternehmen bereit sind, Verantwortung zu teilen und Lernprozesse gemeinsam zu gestalten – mit echtem Mehrwert für beide Seiten und für die Gesellschaft insgesamt.

Blick nach vorn: Neue Rollen, neue Erwartungen

Die Arbeitswelt verändert sich schnell – und damit auch die Erwartungen an Bildung und Lehre. Bischof bringt es auf den Punkt:

„Lehren und Lernen funktionieren nicht mehr im klassischen Vorlesungssaal.“

Stattdessen geht es um die 4 Cs: Creativity, Communication, Collaboration und Critical Thinking. Diese dürfen nicht nur Schlagworte in Hochglanzbroschüren sein – sie müssen in Studiengängen und Projekten verankert werden. Und auch die Rolle der Lehrenden verändert sich: „Die Lehrperson der Zukunft ist nicht mehr Wissensverwalter, sondern Ermöglicher, Begleiter und Moderator von Lernprozessen.“

Die Botschaft beider Führungskräfte ist klar: Ein wirksamer Transfer zwischen Hochschule und Industrie ist nicht nur eine Frage einzelner Projekte – sondern ein gemeinsamer, kontinuierlicher Prozess. „Die Frage ist nicht, wie die Arbeitswelt von morgen aussehen wird“, sagt Hell Rosalen. „Die Frage ist, ob wir bereit sind, sie mitzugestalten – ab heute.“

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Christoph Hell Rosalen
Andreas Bischof
Bühler Group

Christoph Hell Rosalen

Head of Human Resources at Bühler Group.

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